Freitag, 27. April 2012

Willkommen in der Nebensaison


Koh Tao wurde ein wenig touristischer und professioneller. Das ist noch kein Nachteil, in ein paar Jahren könnte die Insel aber ein wenig zu viel von allem bieten.
Alleine beim Pier gibt es im näheren Umkreis bereits zehn Bankomaten. Früher waren Quads und Mopeds noch Mangelware, nun hat jeder Verleih ein Dutzend davon. Mengenrabatte gibts auch keine mehr. Ein Quad für einen Tag kostet 700 Baht. Für zwei Tage kostet es 1400 Baht. Wieviel kosten dann drei Quads für zwei Tage?

Wir checken in unserem Bungalow ein. Es sieht fast so aus im Prospekt. Die tropfende Klimaanlage sah man im Prospekt zwar nicht, allerdings wird das schnell repariert, indem wir einfach im nächsten Bungalow einquartiert werden. Aber auch hier ändert sich ein wesentliches Kriterium nicht. Wir schlafen zu viert in zwei Betten im gleichen Zimmer. Das könnte ungut werden. Attila stinkt zwar aus Prinzip nicht und ich schnarche seit meiner Nasenscheideninnenwandoperation (deutsch ist doch die schönste Sprache!) nicht mehr, doch was wissen wir von den Frauen? Welche dunklen Geheimnisse verbergen sie?
Die Gastfamilie ist aber sehr freundlich. Doch welche dunklen Geheimnisse verbergen sie?

Wir lustwandeln zum Dive Point, um uns für ein paar Tauchgänge anzumelden. Statt Werner, dem ausgewanderten Österreicher, laufen wir Frank (dem Fisch) in die Barten. Frank ist nun der Alleinherrscher im Dive Point und erklärt uns, daß Werner nun eine "Freundin in Bangkok" hat. Dies dürfte Gangsterslang für ein nasses Grab in der Nähe von Shark Island sein, wie ich Frank kenne. (Mehr über Frank hier.)
Auf jeden Fall wirkt der Dive Point heute wie Preussens Rache für 600 Jahre Habsburgsche Dominanz. Wo früher Vienna Coffee mit Schlagobers und Waffeln (auf Koh Tao!) getrunken werden konnte, herrscht nun strenge Ordnung und statt einfach loszutauchen werden wir angehalten, zuerst einen Refresher zu machen. Natürlich disqualifiziert sich Frank dadurch als Empfänger der Mannerschnitten, die ja überlebt hatten. Da Werner bei den Fischen schläft, essen wir sie einfach selbst.

Nun mag man mich fragen: "Florian, ich gestehe ja gerne ein, daß A-ha eine großartige Band ist, aber ZWÖLF Spellmannprisens sind doch eine ganze Menge, oder?"
Darauf habe ich leider keine definitive Antwort.
Wenn man mich aber fragt: "Florian, hast du denn etwas gegen den deutschen Charme?", dann sage ich "Nein, wenn allerdings Frank der Fisch unsere Mädels als 'Geschirr' bezeichnet, welches wir nicht 'gut genug erzogen' hätten, dann bringe ich nicht mehr als ein gequältes Lächeln über meine zusammengekniffenen Zähne."

Unsere drei Mädels...

Zu Abend dinieren wir im Whitening, ein neues Etablissement, in welchem es Stoffservietten, griechischen Salat, japanische Satayspießchen und indisches Roti (eigentlich Naan, wie der Kenner weiß) gibt.



Der Rest des Ortes hat die Gehsteige hochgeklappt. Meine geliebte Dragon Bar, in der ich einst die weltbesten Cocktails "Dragonfly" und "Professor Mao" genossen und 4Hero kennengelernt habe, hat geschlossen.
Wir beschließen den Abend bei einer Strandbar neben unserem Hotel, in der ein komplett eingerauchter Barkeeper versucht, unsere Gläser mit dem jeweiligen Getränk zu befüllen.
Willkommen in der Nebensaison.


Koh Tao, Hauptstraße, etwa halb 10.

Alles ist anders, doch die Rechtschreibung blieb die alte.


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