Ich suche meine
Mitreisenden und finde sie in einem Café am Terminal 1. Doch wir sind nicht
mehr zu viert. Frau Stephanie reist kurzentschlossen doch mit, allerdings
ausgesprochen zweidimensional und pappig. Ihr Grinsen wirkt irgendwie
aufgesetzt.
Die Truppe besteht aus vier Leuten:
Evelyn - Die Marketingchefica von Radio NRJ, im Nebenberuf verwirrte Katzenlady. Hat Angst vor Haien, auch am Strand.
| Eine Zeit lang habe ich nichts bemerkt. |
Die Truppe besteht aus vier Leuten:
Evelyn - Die Marketingchefica von Radio NRJ, im Nebenberuf verwirrte Katzenlady. Hat Angst vor Haien, auch am Strand.
Andrea - Eine bekannte Ökoterroristin und beinahe gleichgestellte Kollegin von Evelyn beim Radio. Ißt solange kein Fleisch, solange keines übrig bleibt.
Attila - Vom Mossad ausgebildeter Türklinkenputzer im Auftrag von Radio NRJ, der nebenher einen auf Clint Eastwood in "In the line of fire" macht. Wird nicht fürs Denken bezahlt. Dafür schön, zumindest laut eigenen Angaben und meiner Mutter.
Flo - Schon in jungen Jahren durch meinen wohlig vibrierenden Bariton in den Opernhäusern der Welt ein gern gesehener Gast, habe ich mich zuletzt zum Entrepreneurdasein hinorientiert. Da wir zwei Frauen mithaben, kann ich nicht mehr behaupten, das Hirn der Truppe zu sein und bin somit funktionslos. Ich habe daher eine Kamera gekauft, die ich nicht einmal ansatzweise beherrsche.
| Unsere Anhänger bringen das Beste in uns zutage. |
Attila packt unsere Geschenke aus. Jeder erhält ein Comic und ein Sackerl, gefüllt mit einem Batman-Pappbecher, Strohhalm, Spritztierchen, Lollipop, ein Leibwächter (um uns zu bewachen, falls Attila indisponiert ist) und Anhänger, damit man uns ins Hotel zurückbringen kann, falls wir streunend auf der Straße gefunden werden.
| Oder streunend am Flughafen. |
Und Abflug.
Ich liebe es über
den Ozean zu fliegen. Trotz des Dröhnens der Turbinen greift einem die
majestätische Stille des nicht endenden blau tief in die Seele. Wir sind ganz
alleine hier oben.
Die Stewardess unterbricht mein Starren durch das Fenster.
„Herr Nimmerrichter? Es tut mir leid Ihnen sagen zu müssen, daß wir zwar das koschere Abendessen an Bord haben, das Frühstück allerdings nicht geliefert worden ist.“
Attila beginnt zu kichern und verspricht, daß das nicht die einzige Überraschung ist. Ich habe Angst.
Die Stewardess unterbricht mein Starren durch das Fenster.
„Herr Nimmerrichter? Es tut mir leid Ihnen sagen zu müssen, daß wir zwar das koschere Abendessen an Bord haben, das Frühstück allerdings nicht geliefert worden ist.“
Attila beginnt zu kichern und verspricht, daß das nicht die einzige Überraschung ist. Ich habe Angst.
| Dafür habe ich für den Werner auf Kho Tao extra noch fünf Packungen Mannerschnitten und zwei Flaschen Grünen Veltliner eingekauft, auch als Überraschung gedacht. |
Wir landen, holen
das Gepäck, tauschen Geld und fahren mit dem Taxi in die Stadt.
Und tauchen in den Wahnsinn ein, der die Khaosarn Road ist. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, daß ich den Namen dieser Straße in immer anderen Variationen schreibe, ebenso wie sie hier, auf der Straße selbst, keinen einheitlichen Namen für sich selbst finden kann. Auf jedem Schild steht es irgendwie anders.
Und tauchen in den Wahnsinn ein, der die Khaosarn Road ist. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, daß ich den Namen dieser Straße in immer anderen Variationen schreibe, ebenso wie sie hier, auf der Straße selbst, keinen einheitlichen Namen für sich selbst finden kann. Auf jedem Schild steht es irgendwie anders.
Es hämmert und
dröhnt und von überall wird man nach Tuk Tuks und Ping Pong gefragt, werden
sinnbefreite Gadgets wie Laserpointer oder tanzende Roboter feilgeboten und
will einen ein halbmotivierter Thai in zerbrochenem Englisch in die nächste
Hütte einladen. Dazwischen schieben sich die Massen der sich krampfhaft an ihre
vergangene Jugend krallenden Europäer und Australier.
Am
Verbrennungsgrad der Haut erkennt man, wie lange der Tourist schon da ist und
sich dementsprechend als Teil der Khaos Arn Road fühlt. Sie sind sind
durchnummerierbar und einteilbar wie die Buntstifte eines Jolly Kinderfestes.
Wir haben die echten Alternativlinge, die den Kontakt mit der Realität größtenteils abgebrochen haben und knusprigst gebräunt durch die Nebelschwaden ihres Daseins gleiten.
Wir haben die Pseudoalternativen, die zwar nun Thaihosen tragen und sich vor dem Sonnen- und Meerbad noch ein schönes Follow-the-crowd-Peckerl auftragen haben lassen, die allerdings vergessen haben, ihre Guccibrillen zuhause zu lassen und einfach unglaubwürdig sind.
Als letzte Gruppe haben wir die echten Volltrottel. Das sind die Typen, die mit dem Skateboard angereist sind und es jetzt durch Bangkok tragen. Das sind die Typen, die den traditionell gekleideten Frauen, die hölzerne Frösche verkaufen, nicht die Frösche sondern ihre Hüte abkaufen.
Wir haben die echten Alternativlinge, die den Kontakt mit der Realität größtenteils abgebrochen haben und knusprigst gebräunt durch die Nebelschwaden ihres Daseins gleiten.
Wir haben die Pseudoalternativen, die zwar nun Thaihosen tragen und sich vor dem Sonnen- und Meerbad noch ein schönes Follow-the-crowd-Peckerl auftragen haben lassen, die allerdings vergessen haben, ihre Guccibrillen zuhause zu lassen und einfach unglaubwürdig sind.
Als letzte Gruppe haben wir die echten Volltrottel. Das sind die Typen, die mit dem Skateboard angereist sind und es jetzt durch Bangkok tragen. Das sind die Typen, die den traditionell gekleideten Frauen, die hölzerne Frösche verkaufen, nicht die Frösche sondern ihre Hüte abkaufen.
Beim Abendessen
passiert etwas schreckliches. Attila trinkt zum ersten Mal seit 10 Monaten
Alkohol. Es beginnt bei der Rechnung, die er auf Andrea zeigend mit „Look at
me! She’s paying!“ abweist. Es wird nicht besser.
| 10 Monate kein Alkohol. |
Ich bringe meine Phototasche ins Zimmer. Die stört in einer Disco doch nur.
A propos uneinheitliche Orthographie bei Straßennamen:
AntwortenLöschenhttp://en.wikipedia.org/wiki/Rainbow_Street
Die Rainbow Street wird auch gerne als Rambo Street auf Straßenschildern bezeichnet...
Da ist Ko(a)r(h)sahn(n) Road ja Mummpitz.