Montag, 23. April 2012

Disco Tanzing!

Mein Kopf ist überall.
Das Licht strahlt gleißend durch die Fensterblenden.
Attila liegt im anderen Bett neben mir. Er sieht so tot aus, wie ich bin.
Ist das mein Blut?


Or did they?

„Zeit zum Aufstehen!“ schreien die Mädchen und die Worte schlagen auf der einen Innenseite meines Hirns auf und fliegen zurück zur anderen, wie der Klöppel in einer Glocke.
Das Blut ist Hustensaft. Das Kopfweh ist echt.

Thailändischer Rotwein, thailändischer Sangsom-Whiskey, thailändisches Bier. Eine gute Kombination, nicht zwingend in dieser Reihenfolge.
Es ist ein Uhr, sagen die Mädchen. Ich glaube ihnen nicht. Ich schaue nicht auf die Uhr. Manche Sachen bleiben besser Geheimnisse.
Da war diese Brick Bar. Tolle Bands. Ska und dann Thai-Pop, grosses Kino. Attila hat zum ersten Mal seit 10 Monaten Alkohol getrunken. Der Erfolg ist durchschlagend. Nach kaum 10 Minuten steht er auf den Tischen und tanzt den Thais was vor. Die Thais, die in etwa 100% der Kundschaft des Lokals ausmachen, greifen auf tausend Jahre des Lächelns zurück. Attila beginnt mit (nicht auf) irgendwelchen Leuten einzuschlagen. Ein Bursche im weißen Hemd, wohl der Sohn eines lokalen Rechtsanwaltes oder Arztes, erklärt uns daraufhin, daß wir nicht glauben sollen, daß wir jetzt Freunde sind, nur weil sie aus Höflichkeit mit ihm einschlagen.
Wir glauben das auch nicht. Attila aber schon.
Irgendwann haben wir es geschafft, ihn da rauszubekommen. Dann waren wir in einer anderen Disco. Die war aber eher lahm, da es zu niedrig war, um auf den Tischen zu tanzen. Also wieder raus und zielsicher fliegt Attila auf die schlimmste Proletenhütte der Touristenmeile zu. Evelyn hat uns zu dem Zeitpunkt schon verlassen, nur noch Andrea und ich halten zunehmend verzweifelt die Stellung. Attila tanzt auch im Lokal. Alleine und zwischen den Tischen.
Irgendwann lassen wir ihn alleine. Man muß wissen, wann es Zeit ist, die Jungen ziehen zu lassen. Er setzt sich zu drei Thaimädels dazu. Laut Attila wurde er freundlich empfangen. Meine Version hingegen geht in etwa so:
Mai Ling 1: „Wer ist diese kapitalistische Langnase und warum hat er sich ungefragt zu uns gesetzt?“
Mai Ling 2: „Das weiß ich nicht und ich weiß auch nicht, warum du unser geliebtes Thailand nach all den Jahren noch immer mit Vietnam verwechselst. Was sollen wir nun tun?“
Mail Ling 3: „Unsere Tradition gebietet, daß wir uns lächelnd um den Fremdling kümmern, ohne uns von ihm begrapschen zu lassen. Sei nicht so eine Zwiderwurzn, Mai Ling 1!"



Die Schmerzen bleiben.
Ich höre es noch in meinem Kopf.
Mossa! Mossa!



Ach ja. Photos.











Thaibar. Der Herr im weißen Hemd rechts unten ist sehr glücklich über Attilas Anwesenheit.

Mut zur Häßlichkeit!


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