Das Licht strahlt gleißend durch die Fensterblenden.
Attila liegt im anderen Bett neben mir. Er sieht so tot aus, wie ich bin.
Ist das mein Blut?
„Zeit zum Aufstehen!“ schreien die Mädchen und die Worte schlagen auf der einen Innenseite meines Hirns auf und fliegen zurück zur anderen, wie der Klöppel in einer Glocke.
Das Blut ist Hustensaft. Das Kopfweh ist echt.
Thailändischer
Rotwein, thailändischer Sangsom-Whiskey, thailändisches Bier. Eine gute
Kombination, nicht zwingend in dieser Reihenfolge.
Es ist ein Uhr,
sagen die Mädchen. Ich glaube ihnen nicht. Ich schaue nicht auf die Uhr. Manche
Sachen bleiben besser Geheimnisse.
Da war diese
Brick Bar. Tolle Bands. Ska und dann Thai-Pop, grosses Kino. Attila hat zum
ersten Mal seit 10 Monaten Alkohol getrunken. Der Erfolg ist durchschlagend.
Nach kaum 10 Minuten steht er auf den Tischen und tanzt den Thais was vor. Die
Thais, die in etwa 100% der Kundschaft des Lokals ausmachen, greifen auf
tausend Jahre des Lächelns zurück. Attila beginnt mit (nicht auf) irgendwelchen
Leuten einzuschlagen. Ein Bursche im weißen Hemd, wohl der Sohn eines lokalen
Rechtsanwaltes oder Arztes, erklärt uns daraufhin, daß wir nicht glauben
sollen, daß wir jetzt Freunde sind, nur weil sie aus Höflichkeit mit ihm
einschlagen.
Wir glauben das auch nicht. Attila aber schon.
Wir glauben das auch nicht. Attila aber schon.
Irgendwann lassen wir ihn alleine. Man muß wissen, wann es Zeit ist, die Jungen ziehen zu lassen. Er setzt sich zu drei Thaimädels dazu. Laut Attila wurde er freundlich empfangen. Meine Version hingegen geht in etwa so:
Mai Ling 2: „Das weiß ich nicht und ich weiß auch nicht, warum du unser geliebtes Thailand nach all den Jahren noch immer mit Vietnam verwechselst. Was sollen wir nun tun?“
Mail Ling 3: „Unsere Tradition gebietet, daß wir uns lächelnd um den Fremdling kümmern, ohne uns von ihm begrapschen zu lassen. Sei nicht so eine Zwiderwurzn, Mai Ling 1!"
Die Schmerzen bleiben.
Ich höre es noch in meinem Kopf.
Mossa! Mossa!
Ach ja. Photos.
| Thaibar. Der Herr im weißen Hemd rechts unten ist sehr glücklich über Attilas Anwesenheit. |
| Mut zur Häßlichkeit! |
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