Samstag, 5. Mai 2012

Der Rückkehr zur Normalität oder als ich mit einer Shotgun um mich schoß

Ich erwachte. Das Zimmer war stockdunkel und trotzdem zu hell. Andrea und ich waren ein wenig länger geblieben und hatten die Full Moon Party noch etwas länger genossen als die anderen beiden.

"Schatz?", fragte ich in den Raum.
"Was is?", grunzte Attila neben mir im Bett.
"Let's go shoot at shit!"
Und er war wach.


Bam. Bam.


Mit unseren Mopeds kreuzten wir zum südöstlichen Zipfel der Insel, wo eine Shooting Range ihre Niederlassung hat. Attila hat eine Waffensammlung daheim, um die ihn jeder Psychokiller, der eine Verfolgungsjagd durch drei Staaten hinter sich hat, beneiden würde, aber für mich war zumindest die Shotgun Neuland.


Beeindruckend, wenn man aus einer Zielscheibe Streuselkuchen machen kann. Die Benutzung von "menschlichen" Zielscheiben ist bei uns außerdem meines Wissens nach eher im dunkelgrauen Bereich der Legalität angesiedelt. Immerhin habe ich nun eine schöne Dekoration für meine Wohnungstür.


Ebenso gefährlich: abgepackte Tramezzini mit der Aufschrift
"This sandwich is delicious. We want you to eat this sandwich."

Die nächsten Tage schwimmen ineinander und vermischen sich. Viel haben wir nicht gemacht, außer ab und zu mit den Mopeds herumzufahren und in der Sonne zu liegen. Dies war nun der echte Urlaub.
Vor unserem Strand gibt es eine kleine Sanddüne, die mit der Ebbe aus dem Wasser auftaucht. Wenn sie Lust und Zeit haben setzen sich dort ein paar Hunde in die Sonne, lassen sich bräunen und gehen ab und zu ins Wasser. Nur der Watermelon Cup, White Russian oder Pineapple Crush bleibt uns vorbehalten.













Hunde sind natürlich süß und herzig und tragen überhaupt keine Parasiten oder Krankheiten und ich wünschte, Evelyn würde sich einmal die Hände waschen, nachdem sie diese Flohtransporter abgestreichelt hat, aber was uns natürlich alle mehr interessiert sind NOCH MEHR Kriegsschiffe!

Im Hafen von Koh Phangan steht die passend getaufte "LST Phangan". 1945 in Dienst der US Navy gestellt, wurde sie von der thailändisch-königlichen Marine gekauft und war bis 2009 in Dienst. Seitdem steht sie im Hafen herum und wartet darauf, in ein schwimmendes Museum umgewandelt zu werden.



Heckansicht

steuerbords

Das Emblem des Schiffs, der Adler des Wahnsinns.

Bugansicht


Jeden Abend genießen wir den spektakulären Anblick der nah gelegenen Insel Samui, über die sich pünktlich zum Abendessen ein Gewitter entlädt. Nur am letzten Abend hat uns der Sturm dann doch noch heimgesucht und auch ein klein wenig bei uns gewettert.


Sturm. Kein Wasserglas.






Und dann...
...nun, es ist schwierig. Wie soll ich das erklären?

Es ist an der Zeit, daß ich ich reinen Tisch mache und mit den Lügen aufhöre. Ich kann und will mich nicht mehr länger hinter Ihnen verstecken.
Wie konnte es jemals so weit kommen?

Wie konnte es wirklich jemals so weit kommen?

Ich bin mir ziemlich sicher, daß es Attilas Idee war. Ich kenne sonst kaum Leute, die sich gerne in billig gefertigte Kostüme zwängen, die nicht dazu geeignet sind, das, was einem von Gott gegeben wurde, mit Anstand zu verdecken.
Die Idee war irgendwie entweder auf der Koh Sarn Road oder bei einer anderen ebenso üblen Gelegenheit die Kostüme anzuziehen und "Aufgaben" zu erledigen. Kaum zu glauben, aber das war dann sogar dem Attila zu peinlich.

Gut, ich kann da ohnehin nichts erklären, ohne mich noch tiefer reinzureiten.
Bitte sehr.











Ja, ich weiß auch nicht. Ich habe keine Antworten auf die hundert Fragen, die gerade in Ihrem Kopf herumschwirren.

Bemerkung am Rande: Attila wollte so zur Half Moon Party gehen. Weil die anderen Leute sind ja dort auch alle "verkleidet".


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