Unseren Informationen zufolge ist die strikt einzuhaltende Kleiderordnung auf farbige und unter Schwarzlicht leuchtende Kleidung beschränkt.
Nicht jeder will sich diesem Gebot von Anfang an anpassen und sich von alten Gewohnheiten verabschieden.
| ...und so fortgehen wie immer. |
Als die Sonne untergeht (Tipp: Bild oben) beginnt eine gewissen Unruhe unser Resort zu bedecken. Den ganzen Tag wurde sowohl von den Gästen, aber noch mehr von den Kellnern, Poolboys und Massagedamen in leisen Tönen von der anstehenden Half Moon Party gesprochen.
Mr. So-so, der heutzutage einen anderen Namen trägt, den ich leider nicht verstand, hat uns gewarnt, daß spätestens beim sechsten Vodka-Red Bull oder Sanghsom-Cola Bucket Schluß sein sollte. Offenbar stapeln sich die Alkoholleichen nach einer solchen Feier regelmäßig und buchstäblich übereinander. Nochmals werden wir gewarnt, keine Drogen zu nehmen.
Um 23 Uhr holt uns ein Community Taxi ab und fährt mit uns 10 Minuten in das Inselinnere. Nix mit Beach Party also. Die Atmosphäre ist aber dennoch beeindruckend.
| Beeindruckend: Atmosphäre. |
Mitten in den Busch wurde ein Areal gehackt und flipgefloppte und neonfarbene Touristen mischen sich mit vorrangig schwarz gekleideten Thais und pilgern von der Taxi-Anlaufstelle den kurzen Pfad bis zum Einlaß. Mit 500 Baht, umgerechnet € 12,50 und hier ein kleines Vermögen, öffnen sich die Pforten und man beschreitet einen mit Schwarzlicht ausgeleuchteten Weg. Auf allen Seiten rufen einen die Bodypainter an und zeigen auf ihren vorbemalten Planen die möglichen Hautbefabelungen, die man sich hier draufklatschen lassen kann. Daneben verkaufen andere Standln Shirts und Hüte, alle neonfarben. Sogar Farbe zum Selbstbemalen kann man kaufen. Allerdings sieht man das Ergebnis zwischen einer professionell aufgemalten Blumen-Schnörksel-Zierzeile und den von graphisch Überforderten geschmierten Arsenal-Dressen am nackten Oberkörper doch deutlich.
Einem lang gehegten Wunsch von mir lasse ich mir einen Anker auf den Unterarm pinseln, nebst einer blau-roten Proloschlaufe. Evelyn entscheidet sich für Blümchen und Andrea für von Evelyn hangemalte Blümchen.
Attila entscheidet sich für "Was ist das für eine Scheiße hier?" und spricht den Rest des Abends nicht mehr viel. Ich kann mit Tribal-Elektro auch nicht sehr viel anfangen, aber wenigstens schleuse ich mich so ab. Vielmehr rufe ich "Die Schleusen auf!" und bestelle den ersten Bucket Vodka-Red Bull.
| Das schöne Leuchten konnten wir photographisch leider nicht einfangen. Ich sah aus wie ein radioaktiver Seeman. |
Fast hatte ich vergessen, was für ein unendlich widerliches Getränk das ist. Wir würgen zu viert den Bucket hinunter und wundern uns, wie man davon 7 oder 8 Stück trinken kann. Es sollte der einzige Bucket bleiben.
Ich suche Erlösung in Sanghsom-Cola und Singha-Bier wie die Mädels, Attila schmollt.
| Danach kam die Stunde der Spritztierchen, die uns Attila in das Sackerl vom Wiener Flughafen gepackt hatte. |
| Man kann diese mit Flüssigkeiten füllen. |
| Kaltes, klares Wasser. |
| Es ist jedoch nicht gesagt, daß man damit auch zielsicher trifft. |
| Es sind tatsächlich alle so angezogen dort. |
In der Folge wurde mir bewußt, daß ich heute haben konnte, was mir die Natur nie vergönnt hatte. Und alles, was ich dazu benötigte, war ein Töpfchen Farbe auf dem "Do not apply to face" geschrieben stand!
| Living the dream. |
| Living the dream and glowing in the dark. |
Attila hat die Feier auf jeden Fall nicht so getaugt, aber wir mußten uns auch um die Steffi kümmern. Sie saß etwas verknittert in der Ecke, also packten wir sie aus und begannen für sie nach passendem Material zu suchen.
| Ein Herr aus Puerto Rico. Spricht hervorranged englisch, liebt lange Spaziergänge am Strand und Diskussionsabende über Hegel und Kant. |
| Ein Herr aus Brasilien, spricht und liebt. |
| Peter aus England, der Steffis Körpersprache leider nicht deuten konnte und ein wenig zu anhänglich war. |
Wir haben Steffi erst heute, am Abreisetag, wiedergefunden. Sie ist halt doch eine ganz eine wilde. Bislang dachten wir, sie wäre mit Peter durchgebrannt, aber offenbar konnte er sie nicht halten.
In Summe war es doch ein ziemlich cooler Abend. Party mitten im Busch, alles leuchtet neonfarben und selbst wenn einen die Wiener, die sich hier herumtreiben, wiederfinden: man versteht sie bei der Lautstärke einfach nicht.
Und Drogen haben wir auch keine genommen.
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