Mittwoch, 2. Mai 2012

Das Sommergewitter und der Abschied von Koh Tao

Bald wurde klar, daß es auf Koh Tao für uns nichts mehr gab (was uns keine Angst einjagte).

Etwa Mr. Ecko, ein furchterrengendes Exemplar seiner stolzen Gattung.


Kritisch war unter anderem die Tatsache, daß aufgrund der Nebensaison die wichtigste Tränke der Insel geschlossen hatte: die Dragon Bar. Was ich anfangs für ein tragisches Mißverständnis hielt, wurde bittere Gewißheit. Ich würde dieses Jahr nicht "Professor Mao" und "Dragonfly" genießen können.

 O φόβος να κλείσει ένα μπαρ: Die Angst vor geschlossenen Bars.

Angst hatte ich auch, als ich unmittelbar danach meinen Reisegefährten von 2008 wiederentdeckte, den ich seit damals aus den Augen verloren habe (er ist auch recht klein): Herrn Gerald.

Heute mit violetten Haaren.

Des weiteren nicht zur Förderung der geistigen Gesundung geeignet sind thailändische Schaufensterpuppen. Ich mache große Bögen um sie.
"The night can always carry one more scream!"

"You meet my gaze? What a brave creature you are!"

Und vor dem Pier hat die thailändische Marine aufgerüstet, heute mit seinem Jüngsten.

Es wird Zeit zu gehen.
Wir begeben uns zum Pier und besteigen die Fähre nach Koh Phangan.
Was Koh Tao für die Taucher ist, ist Koh Phangan für die Full/Half/Black/Shiva Moon Party Community, von der ich nun einmal ausgehe, daß es sie ganz sicher gibt. Auf jeden Fall wurden wir schon öfters gewarnt, keine Drogen zu nehmen, da die thailändische Polizei es da ganz ernst nimmt. Ich war noch nie auf so einer Drogenparty, da ich seit meiner Volljährigkeit mit 14 meine Zeit vorrangig dem Studium der Truppenbewegungen historischer Schlachten (denken Sie an Poltava!) widme. Welche neuen Wahrheiten will mir dieser Abend eröffnen?

Falls Sie Sich noch erinnern wollen: irgendwann habe ich ja über Idioten gestänkert, die ihre Skateboards extra nach Bangkok mitnehmen. Das waren dann offenbar doch nicht die Primaten ihrer Art. Dieser hier brachte seines nach Koh Tao. Hier gibt es in etwa 100 Meter asphaltierte Strecke. Vielleicht hat er aber auch am Strand geübt und ich tu dem armen Mann Unrecht.
Es tut mir leid.


Als die unsere Fähre den Hafen verläßt, werden wir noch eine Weile von dem Zerstörer verfolgt, bis er das Interesse verliert und von dannen zieht.

Wir gehen in Koh Phangan an Land und werden nicht begrüßt.
Herr Joe, den unsere Anfrage nach einer Abholung vom Pier mit "ACKNOWLEDGED" beantwortet hatte, hatte diese offenbar nur acknowledged, aber auch nicht mehr. Ich rufe im Hotel an. Die Nummer existiert nicht. Gemütlichkeit breitet sich aus. Ich benötige ein Litschie-Eis aus dem hiesigen Seven-Eleven. Es schmeckt nicht gut.

Mit dem lokalen Sammeltaxi jetten wir zu unserem Resort und sind dann doch überrascht. Es existiert tatsächlich, wir haben getrennte Zimmer, es gibt einen Pool und die Cocktails kosten € 2,30 außerhalb der Happy Hour.


Der Himmel ist auch recht nett.

Evelyn verliebt sich gleich am ersten Abend in den Pineapple Crush.

Auch hier gibts Untier zuhauf.


Irgendwann kam es zum Unvermeidlichen. Die in der Luft liegende sexuelle Spannung war unerträglich geworden und entlud sich wie ein Sommergewitter in den Subtropen: warm-feucht und keine fünf Minuten lang.


Bam.

1 Kommentar: